Vorbemerkung


Die Erfahrungen bei der Umbenennung der Frechener Carl-Diem-Allee stellen ein nunmehr sechsjähriges Kapitel in meinem Leben dar. Anfangs, als ich aufgrund des Monitor-Beitrages vom 26. Oktober 1995, dessen Inhalt die Änderung des Straßennamens m.E. nach voll und ganz rechtfertigt hätte, den Antrag hierzu gestellt hatte, nahmen die Beschäftigung mit entsprechender Literatur, Gutachten etc. sowie Verfassen und Versenden von Pressemitteilungen, Briefwechsel, Telefonate und vieles mehr beinahe das Ausmaß eines Vollzeitjobs an. Ich hatte die Umbenennung für eine Selbstverständlichkeit gehalten und nicht annähernd geahnt, in welches Wespennest die Monitor-Kollegen im Allgemeinen und ich in meiner Heimatstadt Frechen im Besonderen gestochen hatten. © by Friedmann / Frechener Stadtblatt

Selbst von einigen Freunden und Bekannten wurde ich gefragt, ob das die Sache wert sei. Doch je mehr ich mich mit dem Thema beschäftigte, desto klarer wurde mir: Sie ist viel Mühe wert und bleibt dies, bis keine Straßen, Sportparks und –Hallen, Preise und anderen Objekte mehr nach dem Nazi-Mittäter Carl Diem benannt sind. Und auch das vom Steuerzahler finanzierte Carl und Lieselott Diem-Archiv an der Sporthochschule Köln muß endlich zur Disposition gestellt werden. Je mehr Objekte nämlich nach Anti-Vorbildern benannt sind, desto tiefer sinkt die Hemmschwelle für die Unglaublichkeiten, die sich manche Menschen herausnehmen.

Da weitere Aktivitäten zur Umbenennung von Carl-Diem-Straßen etc. nun von Gleichgesinnten ausgehen müssen (was auch geschieht!) – schließlich ist mein Themenschwerpunkt als Journalist und Autor ein anderer -, möchte ich meinen Beitrag dazu leisten, indem ich in dieser Rubrik meiner Homepage möglichst detailliert und aussagekräftig dokumentiere, wie der Erfolg in Frechen (ganz in der Nähe der Sporthochschule Köln) im zweiten Versuch erreicht wurde. Es wird sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, diese Dokumentation zu vervollständigen, doch ich werde mich bemühen, es zügig zu schaffen.

Ich empfehle, die Einzelbeiträge dieser Rubrik der Reihe nach, beginnend mit dem Text der Monitor-Sendung, zu lesen. So ergibt sich das klarste Bild der Auseinandersetzung, die nun endlich den einzig akzeptablen Verlauf zu nehmen scheint.


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