Walther Enßlin u.a.
Böden untersuchen
Biologische Arbeitsbücher
Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim, 2000
ISBN 3-494-01240-7
DM 39,80


Rezension erschienen in Pro Zukunft, der Zeitschrift der Internationalen Bibliothek für Zukunftsfragen - (Robert Jungk-Institut), Nr. 1/2000)

1981 rief der Lehrer Dr. Walther Enßlin die Chemie-AG des Helmholtz-Gymnasiums in Hilden ins Leben, um seinen Schülern das Fach Chemie anhand "lebendiger" Beispiele zu vermitteln. Bald schon fanden sich einmal pro Woche nachmittags zahlreiche Schüler freiwillig ein, um sich mit Luft, Wasser und Boden in und um ihrer Stadt zu beschäftigen. Inzwischen zittern sämtliche Umwelt-Sünder zwischen Düsseldorf und Köln vor den jugendlichen Öko-Detektiven. Die errangen zahlreiche "Jugend forscht"-Auszeichnungen und den Europäischen Umweltpreis für Boden. Als sie der Hildener Niederlassung des Chemie-Multis ICI eine Grundwasserverseuchung nachwiesen, entschloss das Unternehmen sich als Alternative zur Schließung des Werkes - zur Kooperation und fördert die Chemie-AG seither. Die Schüler retteten so nicht weniger als 1.500 Arbeitsplätze.

Nun hat Walther Enßlin mit Unterstützung der Chemie AG-"Ehemaligen" Roland Krahn und Stefan Skupin in der Reihe Biologische Arbeitsbücher den Band Böden untersuchen vorgelegt. Das Trio will damit Lehrer, Schüler und alle anderen Interessierten anleiten, mit einfachen und für jedermann praktizierbaren Methoden Böden auf ihre ökologische Qualität hin zu untersuchen.

Dieser verdienstvolle Versuch gelingt Enßlin und seinen Ex-Schülern auf unterhaltsame Weise. Dazu trägt die ebenso witzige wie treffende Illustration von Joachim Enßlin bei.

Für Menschen ohne Vorkenntnisse erfüllt das Buch auch den Zweck der Einsteigerlektüre sowohl hinsichtlich der Chemie im Allgemeinen als auch der Ökologie im Besonderen. Schließlich hat der Zustand des Bodens indirekt immer auch mit dem der Luft und des Wassers zu tun. Mit Blick auf den Schuleinsatz ist das Buch fächerübergreifend (Chemie, Biologie, Geographie) konzipiert.

Neben vielen Beispielen aus der Praxis liefert es Hilfestellungen wie toxikologische Beurteilung zahlreicher Stoffe, Grenzwerttabellen und juristische Hinweise im Falle entdeckter Umwelt-Vergehen. Vor allem aber stellt es eine Aufforderung und Motivation zum Handeln und zur demokratischen Einmischung dar. Auf dass möglichst Viele der Hildener Chemie-AG nacheifern!



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