Tödliches Erbe
Eine Polit-Science-Fiction-Geschichte
gegen weiteren Rüstungswahn
Mit einer Einmischung von Robert Jungk
Zenk Verlag, Dormagen, 1988
ISBN 3-925372-10-5
DM 16,-


Mein bisher einziger Roman. Er entstand Mitte der achtziger Jahre, als ich für Greenpeace gegen Atomtests und die Weiterverbreitung von Kernwaffen aktiv war, in mehreren Etappen. Ich befürchtete damals, dass West-Falken wie Ronald Reagan und Ost-Betonköpfe wie Konstantin Tschernenko tatsächlich die Lunte ans nukleare Fass legen könnten. In dieser Stimmung entstand folgende Geschichte:

Nur ein kleiner Rest der Menschheit hat den Atomkrieg überlebt. Dieser lebt in einer künstlichen Raumkolonie und hat eine Form des Zusammenlebens gefunden, in der Gerechtigkeit, Achtung vor der Kreatur, die Erkenntnis, dass mit Gewalt kaum ein Problem zu lösen ist und die Gewissheit, dass die Menschen nur gemeinsam mit der Natur überleben können, selbstverständlich sind. Als diese ungewöhnliche Gesellschaft von einem Relikt der kriegerischen Vergangenheit in Form eines Killersatelliten eingeholt wird, können die Bewohner von "Friendship" nichts als ihren Intellekt gegen das programmierte tödliche Erbe einsetzen.

In der kleinen Zeitschrift Grünspecht (herausgegeben von den Grünen in meiner Heimatstadt Frechen) hieß es im Oktober 1988 über Tödliches Erbe: "(...) ein völlig neues Genre. (...) Das Ganze ist hervorragend recherchiert und packend geschrieben. (...) Gute Science-Fiction-Romane haben sich in der Regel dadurch ausgezeichnet, dass ihre utopischen Inhalte später teilweise Wahrheit geworden sind. Wollen wir hoffen, dass dieses Buch diesbezüglich eine Ausnahme darstellt."

Dass meine Befürchtungen hinsichtlich eines womöglich bevorstehenden Atomkrieges damals in weitere Ferne rückten, hat mit einer Person zu tun. Nie vergesse ich den Morgen, an dem ich mich mit Cornelia Durrant, der heutigen Präsidentin von Greenpeace international, auf einen Besuchstag in Bonn vorbereitete und wir im Radio hörten, dass der neue Generalsekretär der KPdSU, Michail Gorbatschow, ein einseitiges Atomtestmoratorium ausgerufen habe. Wir trauten unseren Ohren nicht.

Als mein damaliger Mentor, der im Oktober 1993 verstorbene Autor und Zukunftsforscher Robert Jungk, in der Folgezeit auf mich einwirkte, den zunächst geplanten traurigen Schluss von Tödliches Erbe doch hoffnungsvoller oder zumindest offen zu gestalten, rannte er bei mir im Grunde offene Türen ein, denn die Hoffnung hatte einen Namen: Gorbatschow.


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