Die neuen Atommächte
Wer sie sind und was sie wollen
rororo-aktuell, Reinbek, 1993

(vergriffen, Text als Ausdruck oder elektronisch gegen Kostenübernahme beim Autor erhältlich)


Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb in ihrer Ausgabe vom 30. März 1993 (fünf Jahre, bevor Indien und Pakistan nukleare Waffen testeten, Anm. J.S.) über dieses Buch:

"Pakistan wird die Atombombe bekommen, auch wenn es Gras fressen muß!" So sprach der damalige Premierminister Bhutto 1972. Die rüde Äußerung zeigt, daß man einen behutsamen Umgang mit Kernwaffen bei den neuen Atommächten nicht voraussetzen kann. Viele autoritär regierte Staaten sind dem Atomwaffensperrvertrag von 1968 nie beigetreten, können also von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) kaum kontrolliert werden. Jürgen Streich gibt nüchtern und prägnant Einblick in die atomare Aufrüstung etwa im Irak, in Indien und Nordkorea.

Immer wieder finden Länder, die sich in den Kreis der Atommächte einreihen wollen, zu einer Zusammenarbeit: Argentinien wollte mit dem Irak und Rumänien eine Trägerrakete bauen, Israel tauschte technologisches Wissen gegen Uran aus Südafrika. Oft haben Streich zufolge auch westliche Unternehmen die Hand im Spiel. Sie exportieren Technologie zur zivilen Nutzung der Atomkraft ohne Ansehen des Käufers und ermöglichen damit aufstrebenden Regionalmächten den Bombenbau. Streich zitiert den "Vater der israelischen Bombe", Ernst Bergmann: "Es gibt nicht zwei verschiedene Atomenergien."

So kommt der Verfasser zu dem Ergebnis, daß die Gefahr eines nuklearen Schlagabtausches nach dem Abflauen des Ost-West-Gegensatzes größer geworden sei. (...)



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