Königsdorfer Literaturforum

Frieden schaffen mit Tornados?

Oberst a.D. Gert Overhoff und Generalleutnant a.D. Walter Jertz stellen am Mittwoch, den 14. März, um 20 Uhr im evangelischen Gemeindehaus Königsdorf (Ecke Pfeilstr. / Franz-Lenders-Str.) ihre Bücher vor und diskutieren mit dem ehemaligen Greenpeace-Mitarbeiter Jürgen Streich und dem Publikum Fragen von Krieg und Frieden. Zudem berichten sie von ihrem ehrenamtlichen humanitären Engagement.

Die nächsten Gäste des "Königsdorfer Literaturforums" und der Moderator lernten sich vor 25 Jahren am Fliegerhorst des Jagdbombergeschwaders 31 "Boelcke" in Nörvenich kennen. Gert Overhoff war dessen Kommodore, Walter Jertz sein Stellvertreter, während Streich dem Militär kritisch gegenüberstand. Aktionen der Friedensbewegung gegen die in Nörvenich stationierten Atomwaffen hatten seine journalistische Neugier geweckt. Anschließend besuchte er als Vertreter des Kölner Stadt-Anzeigers den Fliegerhorst oft. Kurioserweise entstand zu dessen Chefs ein vertrauensvolles Verhältnis. Doch dann verloren sie sich auf ganz unterschiedlichen Lebenswegen aus den Augen.

Der Tornadopilot Gert Overhoff wechselte zunächst ins Verteidigungsministerium, dann ins europäische NATO-Hauptquartier und war im Bosnien-Krieg Kapitän einer AWACS-Aufklärungsmaschine. Er hielt viele - teils satirische, dokumentarische und nachdenkliche - Geschichten aus der Fliegerei in Büchern fest. Als Pensionär engagiert er sich in einer Pilotengemeinschaft, die sich durch Begegnungen mit ehemaligen Feinden bemüht, dazu beizutragen, daß sich der Mißbrauch von Soldaten wie im 20. Jahrhundert nie wiederholt.

Walter Jertz, der als bester Kenner des Kampfflugzeuges Tornado gilt, wurde selbst Kommodore eines Geschwaders, war - inzwischen längst General - NATO-Pressesprecher im Kosovo-Krieg und bis Sommer 2006 Oberkommandierender des Luftwaffenführungskommandos. Er schreibt außer Kindergeschichten Bücher über Medien im Krieg und engagiert sich in den Hilfsorganisationen "Luftfahrt ohne Grenzen", "Wings of Hope" und "Bildung für die Freiheit". Jertz erhielt auf Vorschlag von Schülern nach Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Alt-Bundespräsident Johannes Rau den Europäischen Kulturpreis.

Mit dem fluginteressierten Journalisten, der partout nicht zum Militär wollte, pflegen beide heute freundschaftlichen Austausch.

Der Eintritt zum "Königsdorfer Literaturforum" ist, wie immer, frei.


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