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	<title>Von Menschen &#8211; AUSSICHTEN &#8211; Informationen aus dem Journalistenb&uuml;ro von J&uuml;rgen Streich</title>
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		<title>Willkommen in Köln</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Aug 2023 01:07:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Regionales - Westlich von Köln]]></category>
		<category><![CDATA[Von Menschen]]></category>
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					<description><![CDATA[Bierfass auf der Brücke toppt die Rockband „Alphaville“ Von der Hohenzollernbrücke aus wollte ich meinem Hamburger Kollegen eine besondere Ansicht von Köln zeigen. Dabei hatten wir ein rührendes Erlebnis. Foto: Gerald Diepolder Von Jürgen Streich Vor inzwischen vielen Jahren erhielt ich einen Anruf eines geschätzten Freundes und Kollegen aus Hamburg. Er war und ist Musik- &#8230; <p class="read-more"><a class="readmore-btn" href="https://aussichten-online.de/von-menschen/willkommen-in-koeln/">+<span class="screen-reader-text">  Read More</span></a></p>]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading has-text-align-center" style="font-size:26px">Bierfass auf der Brücke toppt die Rockband „Alphaville“</h2>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="690" src="https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2023/08/DSC0066-1024x690.jpeg" alt="" class="wp-image-7571" srcset="https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2023/08/DSC0066-1024x690.jpeg 1024w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2023/08/DSC0066-300x202.jpeg 300w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2023/08/DSC0066-768x517.jpeg 768w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2023/08/DSC0066-401x270.jpeg 401w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2023/08/DSC0066.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:14px">Von der Hohenzollernbrücke aus wollte ich meinem Hamburger Kollegen eine besondere Ansicht von Köln zeigen. Dabei hatten wir ein rührendes Erlebnis. Foto: Gerald Diepolder </p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Von Jürgen Streich</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor inzwischen vielen Jahren erhielt ich einen Anruf eines geschätzten Freundes und Kollegen aus Hamburg. Er war und ist Musik- und Szenejournalist und hatte damals die Angewohnheit, mit sehr guten Terminvorschlägen manchmal kurz vor knapp zu kommen. So fragte er mich am Telefon, ob ich Lust und Zeit hätte, gemeinsam mit ihm am nächsten Mittag die Band „Alphaville“ zu ihrem neuen Album zu interviewen. Und zwar in Köln, vor dessen Toren ich bis heute lebe. Klar hatte ich Lust und die Zeit würde ich mir nehmen. „Alphaville“ war damals mit Hits wie „Big in Japan“ und „Forever Young“ international erfolgreich. Ich fand die Band beachtlich, schätzte deren politisches Engagement und war gespannt auf die neue Platte. Mein Kollege freute sich und betonte, dass er ja fast schon in jeder deutschen Stadt gewesen sei, in Köln aber noch nie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tags darauf holte ich ihn am Kölner Hauptbahnhof ab. Er eröffnete mir gleich, dass die Agentur der Band, bei der das Interview stattfinden sollte und die fußläufig gut für uns erreichbar war, den Termin um zwei Stunden verschoben hatte. Wir hatten also noch Zeit. Ich dachte mir, dem Freund und Kollegen die meines Erachtens nach schönste Ansicht Kölns zu zeigen. Dazu muss man ein Stück auf die allein schon beeindruckende Hohenzollernbrücke gehen, sodass man einen Teil davon im Vordergrund sieht und von dort aus auf das linke Rheinufer mit der Altstadt, den Kölner Dom, das architektonisch gelungene Museum Ludwig davor und die markanten Kirche Groß St. Martin sehen kann. Wir machten uns auf den Weg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als wir auf dem Fußgängerweg schon ein gutes Stück auf der Brücke, auf der ansonsten nur Züge fahren, gegangen waren, sahen wir am Rand des Weges einen älteren Mann, der auf einem Stuhl saß. Neben ihm stand ein Fässchen Kölsch, auch Gläser und Wasser zum Spülen hatte er dabei. Als wir in seine Nähe kamen, fragte er, ob er uns ein Kölsch anbieten dürfe und hatte dabei schon zwei einladend überschäumende Gläser in den Händen. Mein Freund, ansonsten kein Kind von Traurigkeit, schaute auf die Uhr und meinte, es sei arg früh für ein geistiges Getränk, zumal wir noch ein wichtiges Gespräch vor uns hätten. Dennoch interessierte den Kollegen von der Waterkant, ob der freundliche Mann Werbung für eine spezielle Marke des kölnischen Bieres mache. Als der verneinte, blieb mein Freund neugierig und fragte, weshalb er denn Kosten und Mühe auf sich nahm, wildfremde Menschen vormittags und mitten in der Woche mit Kölsch zu beglücken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich bin heute morgen um sechs Uhr Großvater des schönsten Babies der Welt geworden. Und darauf möchte ich mit Ihnen anstoßen“, antwortete der. Mein Besuch aus Hamburg war baff. Wir schauten erst uns und dann den frischgebackenen Opa an. Ohne jede Absprache platzte es dann aus einem von uns beiden heraus: „Aber klar, trinken wir mit Ihnen auf das Kind!“ Und ließen uns mit ihm das Kölsch schmecken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei erfuhren wir von dem Großvater, dass der neue Erdenbürger ein Mädchen war und so und so heiße. Den Namen habe ich vergessen, aber er gefiel mir. Bald kannten wir auch die Größe und das Gewicht bei der Geburt. Wir wollten wissen, ob es sein erstes Enkelkind sei – ja, war es &#8211; und wo es künftig leben würde: mit seinen Eltern am westlichen Kölner Stadtrand, nicht weit von Oma und Opa weg. Und so weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen bekamen wir ungefragt ein zweites Kölsch. Das veranlasste uns zu der Frage, wie er das Fässchen und das weitere Equipement denn überhaupt auf die Brücke bekommen habe. Ach, winkte der Mann ab, an einem so wunderbaren Tag sei auch das kein Problem gewesen. Jemand aus der Verwandtschaft habe die geplante Aktion unterstützenswert gefunden und ihm beim Transport geholfen. Es sei vereinbart – damals hatte noch längst nicht jeder ein Handy –, dass derjenige in der Nachmittagszeit mit einer Sackkarre zur Abholung komme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So schön die Begegnung auch war und so gern wir auch noch ein drittes Kölsch getrunken hätten, so langsam mussten wir uns dann in Richtung Schildergasse aufmachen. Wir veraschiedeten und in bester Stimmung von dem Großvater und wünschten uns gegenseitig alles Gute.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts des besonderen Erlebnisses waren mein Kollege und ich, als wir auf der Hohenzollernbrücke in Richtung Dom gingen, ein paar Sekunden lang still, als wenn wir es erst einmal sacken lassen müssten. Dann sagte mein Kollege: „So was habe ich ja noch nirgendwo erlebt!“ In einem Anfall von Fremdstolz entgegnete ich: „Willkommenn in Köln.“ „Hier gefällt’s mir“, meinte der Hamburger an meiner Seite.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem circa halbstündigen Gang durch die Kölner Innenstadt trafen wir die Jungs von „Alphaville“ in guter Stimmung an – vom eher fein gekleideten Keyboarder bis hin zum typischen Rocker, dem Frontmann Marian Gold (der immer noch Sänger von „Aphaville“ ist und inwischen selbst in eher dezentem Chick auftritt). Nur eins gefiel den Musikern nicht: Die Agentur hatte Kaffee und Teilchen serviert. Den Kaffee fanden alle okay, aber in der Mittagszeit war ihnen eher nach deftigerer Nahrung zumute. Also zog der Drummer los, um schon bald mit einem Stapel Pizza-Kartons zurückzukommen. Für jeden, auch uns, war etwas dabei und alle waren glücklich. Außer, den Eindruck hatte ich deutlich, der Agentur-Mitarbeiter, der später alles inklusive der unberührten Teilchen abräumte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend meinte ein Bandmitglied: „In der Stadt hier gibt es doch bestimmt auch Kölsch.“ – „Oh ja!“, antwortete mein Kollege…</p>
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		<title>Fritz Pleitgen ist tot</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Sep 2022 02:52:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Welt der Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Von Menschen]]></category>
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					<description><![CDATA[Erinnerungen an einen großen Fernsehjournalisten, der auch in hohen Positionen immer Mensch geblieben ist. Die Nachricht, dass Fritz Pleitgen gestorben ist, traf mich sehr. Irgendwie hatte er in meinem Leben – teils indirekt, später kurzzeitig umso direkter – immer eine Rolle gespielt. Ich habe ihn sowohl als TV-Nachrichtenkonsument als auch als zeitweiliger WDR-Mitarbeiter als ausgesprochen &#8230; <p class="read-more"><a class="readmore-btn" href="https://aussichten-online.de/aus-der-welt-der-medien/fritz-pleitgen-ist-tot/">+<span class="screen-reader-text">  Read More</span></a></p>]]></description>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="645" src="https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/09/Bildschirmfoto-2022-09-17-um-01.17.13-1-1024x645.jpeg" alt="" class="wp-image-3139" srcset="https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/09/Bildschirmfoto-2022-09-17-um-01.17.13-1-1024x645.jpeg 1024w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/09/Bildschirmfoto-2022-09-17-um-01.17.13-1-300x189.jpeg 300w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/09/Bildschirmfoto-2022-09-17-um-01.17.13-1-768x484.jpeg 768w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/09/Bildschirmfoto-2022-09-17-um-01.17.13-1-429x270.jpeg 429w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/09/Bildschirmfoto-2022-09-17-um-01.17.13-1.jpeg 1280w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fritz Pleitgen. Foto: WDR</figcaption></figure>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:25px"><strong>Erinnerungen an einen großen Fernsehjournalisten, der auch in hohen Positionen immer Mensch geblieben ist</strong>.</p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nachricht, dass Fritz Pleitgen gestorben ist, traf mich sehr. Irgendwie hatte er in meinem Leben – teils indirekt, später kurzzeitig umso direkter – immer eine Rolle gespielt. Ich habe ihn sowohl als TV-Nachrichtenkonsument als auch als zeitweiliger WDR-Mitarbeiter als ausgesprochen angenehmen Menschen und hochkompetenten Journalisten erlebt. Leider ist er am 15. September 2022 im Alter von 84 Jahren in Köln an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. Die Erkrankung war zwei Jahre zuvor diagnostiziert worden und ab 2021 ging Pleitgen, der von März 2011 an zehn Jahre lang Präsident der Deutschen Krebshilfe e.V. (inzwischen Stiftung Deutsche Krebshilfe) war, offen damit um.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da mein Vater kommunalpolitisch sehr engagiert war und er dadurch ein auch bundespolitisch und an internationalen Angelegenheiten sehr interessiertes Umfeld hatte, gehörte das Schauen von Fernsehnachrichten in meinem Elternhaus wie selbstverständlich dazu. Davon bekam ich, als ich noch ein kleines Kind war, einiges mit, wenngleich ich anfangs natürlich so gut wie nichts davon verstand. Doch schon da gab es Fritz Pleitgen im Programm, denn er war, nachdem er das Gymnasium noch vor dem Abitur verlassen hatte, zunächst Reporter für die Kleinstadt Bünde bei der „Freien Presse Bielefeld“ gewesen war und dann bei diesem Blatt ein zweijähriges Volontariat absolviert hatte, 1963 zum WDR nach Köln gewechselt. In dem Jahr hatten meine Eltern ihren ersten Schwarz-Weiß-Fernseher angeschafft. Nicht jeder besaß damals einen. Für mich aber gehörte Fritz Pleitgen, dessen Namen ich mir in dem Alter naturgemäß nicht merkte, von Beginn an zum Fernsehen dazu. Er arbeitete damals zunächst für die Redaktion der „Tagesschau“ und war als Sonderberichterstatter in Sachen Politik und Wissenschaft unterwegs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Je älter ich wurde und Politik besser einzuordnen verstand, umso mehr interessierten mich inzwischen selbst die Themen, die auf der Agenda der Weltpolitik standen. Und so oft, dass es für mich längst schon zur Normalität gehörte, war Fritz Pleitgen der Überbringer der Nachrichten, zumeist von vor Ort. Ob als Korrespondent aus Moskau, Ost-Berlin oder Washington.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich dann selbst den Weg in den Journalismus beschritt, hatte ich zu ihm unbewusst längst eine Art Urvertrauen entwickelt. Auch vor dem Hintergrund, dass ich mehr und mehr verinnerlichte, dass man als Journalist Informationen immer kritisch hinterfragen sollte, wirkten die Beiträge von Fritz Pleitgen trotz des manchmal aufwühlenden und besorgniserrgenden Inhalts immer seriös und beruhigend unaufgeregt. Inhalten, die er vermittelte, schien wasserdichte Recherche und Präsentation nach bestem Wissen und Gewissen immer irgendwie immanent zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider werden in dem zunehmend schnelllebigeren Geschäft Fernsehjournalisten wie Pleitgen immer weniger. Aber je mehr aus dem Nachwuchs sich an ihm ein Beispiel nehmen, desto besser kann es nur werden. Denn nie gab es stichhaltige Kritik an oder gar Widerlegungen seiner Berichterstattung. Obwohl Fritz Pleitgen, weil er die Ostpolitik von Willy Brandt befürwortete, in die SPD eingetreten war, blieb er stets der neutrale Beobachter, wenngleich er in Kommentaren – dort, wo es auch hingehört – sehr deutlich Stellung beziehen konnte. Ganz klar war er ein Journalist mit humanistischer Haltung, die er auch abseits von Kameras und Mikrofonen lebte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mitte der neunziger Jahre, also zu Zeiten des Redaktionsleiters Klaus Bednarz, arbeitete ich für das vom WDR produzierte ARD-Politmagazin „Monitor“. In dieser Zeit begegnete ich Fritz Pleitgen auch persönlich. Einmal schlug er ein paar Sekunden mehr für einen Film von mir &nbsp;heraus und dann einen Parkplatz und einen Taxidienst. Für alles war ich ihm in den jeweiligen Situationen, die sich geballt inneralb von zwei Tagen ereigneten, ausgesprochen dankbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Monitor“ wurde damals noch montagsabends gesendet, das Wochenende zuvor bestand aus Hauptkampftagen hinsichtlich der Fertigstellung der Einzelbeiträge, für die dann mitunter noch nicht alle „Drehs im Kasten“ waren. Mein Beitrag für die nächste Sendung war jedoch im Grunde schon vorher fertig. Es ging um eine von der damaligen NRW-Landesregierung selbst in Auftrag gegebene und dann unter Verschluss gehaltenen Studie über von Behörden geduldete, beförderderte oder gar selbst begangene Umweltdelikte. Ich war durch einen meiner Informanten an ein Exemplar der Studie gelangt. Und dann hatten wir auf einen aktuellen Anlass zum Senden des Filmes gewartet. Den lieferte uns im Herbst 1993 der Kunststoffbrand im westfälischen Lengede.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte den Beitrag zuvor mit der Kollegin Ulrike Schweitzer bearbeitet, war nun aber für die Endversion allein zuständig. Von Klaus Bednarz hatte ich die Vorgabe, auf jeden Fall unter acht Minuten zu bleiben, weil die kommende Sendung aus den Nähten zu platzen drohte. Um das hinzubekommen hatte ich sogar eine Cutterin, die Rufbereitschaft hatte, am Wochenende herbeigebeten, damit wir meinen acht Minuten und 13 Sekunden langen Film irgendwie in den vorgegebenen Zeitrahmen bekamen. Dazu waren einige Umstellungen nötig und wir kamen letztlich auf sieben Minuten und 58 Sekunden. Das passte. Die Kürzung war ein ziemliches Stück Arbeit gewesen. Leider hatte ich mich dabei von einem O-Ton, einer Art Schlussowort, der Bochumer Professorin für öffentliches Recht, Gertrude Lübbe-Wolff, die später noch Bundesverfassungsrichterin (von 2002 bis 2014) wurde, verabschieden müssen, was ich als schmerzlich empfand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun hatte „Monitor“ auch damals schon einenen gewissen Sonderstatus innerhalb des Senders und agierte ziemlich frei von WDR- und ARD-internen Hierarchien. Dennoch mussten die Beiträge der jeweils nächsten Sendungen von der Chefredaktion abgenommen werden, was zumeist eine Formalie war. Die ein oder andere Nachfrage bei den Autoren der Beiträge oder Redaktionsleiter Klaus Bednarz, und wenn die schlüssig beantwortet werden konnten, war das Procedere auch schon erledigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sich dann am Montagnachmittag alle Autoren, die gerade nicht unterwegs waren, und sonstwie Beteiligten in einem größeren Schneideraum versammelt hatten, kam der damalige WDR-Chefredakteur Fritz Pleitgen herein. Als er eine Tasse Kaffee bekommen hatte, fragte er zunächst, ob alle anderen auch mit diesem oder einem anderen Getränk versorgt seien. Und dann wurde mein Beitrag, da es meine Fersehpremiere war, als erster gezeigt. Sieben Minuten und 58 Sekunden lang. Allerdings hatten die Cutterin und ich bei der Kürzung nicht darauf geachtet, die verbliebene Überlänge am Schuss „abzuschneiden“. Bevor diese kam, sagte Klaus Bednarz: „Hier gehen wir raus.“ Pleitgen wollte den gecancelten O-Ton aber trotzdem sehen und hören. Danach drehte er sich zu Bednarz und dann zu mir um und sagte: „Das würde ich aber drinlassen. Das ist doch das perfekte Schlusswort zum Thema.“ Ich werde wohl nie vergessen, wie Bednarz mit dem Finger auf mich zeigte, mich sehr bestimmt anschaute und mir den Auftrag gab: „Streich, morgen um acht Uhr hätte ich gerne den Vorschlag für nur drei Sätze An- und einen für die Abmoderation.“ – Das war nicht viel, aber die 13 Sekunden mussten irgendwo „erwirtschaftet“ werden. Ich musste daraufhin, wenige Stunden vor der Sendung, die Cutterin bitten, mit mir unsere Wochenend-Kürzungsaktion wieder rückgängig zu machen. Trotzdem zog ich glücklich darüber von dannen und war Fritz Pleitgen sehr dankbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abends nach der Sendung gab es das damals fast rituelle Beisammensein der Beteiligten in einem bistroähnlichen Restuarant in der Kölner „Schweizer Ladenstadt“ unweit des WDR. Man könnte nicht sagen, dass es dabei trocken zuging. Und ich gab natürlich auf meine Premiere einen aus. Erst in den frühen Morgenstunden lag ich zu Hause im Bett. Wenngleich es am Tag nach der Sendung recht ruhig in der Redaktion, deren Mitglieder sich zunächst von dem Endstress (und dem Beisammensein hinterher?) erholen mussten, zuging, klappte ich bei der „Monitor“-internen Nachbesprechung im Büro von Klaus Bednarz zusammen. Irgendwie waren Pulsfrequenz und Blutdruck aus dem Ruder gelaufen. Ich landete mithilfe rührender Fürsorge meiner Kolleginnen und Kollegen in der WDR-Betriebsarztpraxis. Inzwischen war auch meine Lebensgefährtin hinzugerufen worden, weil ja nicht klar war, wie es um mich stand. Naja, es war ein Kreislaufkollaps, der bald reguliert war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das aber noch nicht klar war, standen meine „Monitor“-Kolleginnen und -Kollegen vor einem anderen Problem: Ich hatte damals keinen Zugangsschein zur WDR-Tiefgarage und hatte daher in der Nähe des sogenannten Filmhauses etwas gewagt – man könnte auch sagen: grenzwertig &#8211; geparkt. Über Nacht hätte ich dafür mit Sicherheit ein geharnischtes „Knöllchen“ bekommen. Die Kolleginnen und Kollegen waren in der Hinsicht gebrannte Kinder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun war (oder ist er es etwa noch?) der WDR damals verwaltungstechnisch irgendwie auch eine Art Behörde, Bürokratie inbegriffen. Als freier Mitarbeiter für sein Auto Zugang zur WDR-Tiefgarage zu bekommen ging nur in absoluten Ausnahmesituationen. Und dafür waren natürlich Unterschriften nötig. Klaus Bednarz war bereits auf dem Weg ins ARD-Studio Moskau, also musste jemand von der „Etage höher“ die Genehmigung erteilen. Das war in dem Fall, da kein anderer aus der Chefredaktion greifbar war, Fritz Pleitgen. Und der erledigte das sehr unbürokratisch. Bevor das ein zu großer Verwaltungsakt würde, sollten die Kollegen meinen Wagen doch auf einen der für die Chefredaktion reservierten Plätze stellen, die seien ohnedies nicht alle belegt. (Den Wagen dort zwei Tage später wieder abzuholen wurde dann doch noch eine bürokratische Aktion mit entsprechendem Formularkram, aber dafür konnte Fritz Pleitgen ja nichts.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Gelegenheit war die Frage aufgekommen, wie ich denn, wenn ich denn nicht ins Krankenhaus müsste – das musste ich nicht -, weder meine Lebensgefährtin noch ich nun ein eigenes Fahrzeug zur Verfügung hätten, ich aber für die öffentlichen Verkehrsmittel noch nicht fit genug sein dürfte, nach Hause käme. Wiederum sehr unbürokratisch segnete Pleitgen ab, dass meine Lebensgefährtin und ich von einem WDR-Chauffeur nach Hause gebracht wurden. Zwar legte ich mich dort dann schon noch etwas geplättet ins Bett, fühlte mich aber von den Kolleginnen und Kollegen bis hin zum Chefredakteur bestens umsorgt. Das tat sehr gut und vermittelte mir das Gefühl, dass es auch dort, wo es journalistisch ziemlich wichtig und mitunter entsprechend hektisch wird – die „Monitor“-Sendungen waren damals Ereignisse und erzielten heute unerreichbare Einschaltquoten – sehr menschlich zugehen kann. Gehörigen Anteil daran hatte Fritz Pleitgen. Auch ihm habe ich damals, wie allen anderen an der Aktion beteiligten Kolleginnen und Kollegen, ein Exemplar meines gerade erst erschienenen neuen Buches „Tödliches Erbe“ mit Widmung auf den Schreibtisch gelegt. Spätere Begegnungen mit ihm verliefen immer sehr angenehm, ohne jegliche Starallüren, die ich bei anderen vermeintlich wichtigen Journalisten speziell beim Fernsehen sehr wohl kennengelernt habe, seinerseits. Mein früherer positiver Eindruck von Fritz Pleitgen, den ich ohne ihn zu kennen, schon lange hatte, hatte sich in der Praxis in vollem Umfang bestätigt. Das betonte auch eine frühere Klassenkameradin von mir, die als Cutterin im ARD-Studio Washington arbeitete, als Fritz Pleitgen dort Korrespondent war, ihrerseits.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Jahre moderierte Pleitgen, der als zwischenzeitlicher Hörfunkdirektor wesentliche Entwicklungen im WDR-Programm auf den Weg gebracht hatte, sonntagmittags den „Presseclub“. 1995 wurde er zum Intendanten gewählt und blieb dies, da er noch eine zweite Amtszeit erhielt, bis März 2007. Von 2001 bis 2002 war er zudem ARD-Vorsitzender, von 2006 bis 2008 auch Präsident der Europäischen Rundfunkunion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach seiner Pensionierung war er ehrenamtlicher Geschäftsführer der Kulturhauptstadt Ruhr 2010. In diese Zeit fiel das schwere Unglück bei der Duisburger „Loveparade“, die Teil des Programms war. Fritz Pleitgen bekannte sich im Namen der Kulturhaupstadt-Verantwortlichen, die die „Loveparae“ unbedingt hatten haben wollen, zu einer moralischen Mitverantwortung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fritz Pleitgen erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter 2004 den Kulturpreis der deutschen Freimaurer und im Jahr 2012 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Sie alle aufzuzählen würde hier ebenso den Rahmen sprengen, wie die Liste seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten. So war er seit der Gründung anno 1998 bis 2017 Vorsitzender und danach Ehrenvorsitzender des Lew Kopelew-Forums in Köln. Nachdem er 1991 über eine Kinderkrebsklinik im russischen Perm, die damals in einer Baracke untegebracht war, berichtet hatte, rief er die Initiative „Die Kinder von Perm“ ins Leben und wurde Vorsitzender des dahinterstehenden Vereins, der im Laufe von 20 Jahren 2,7 Millionen Euro, die Zuschauerinnen und Zuschauer des WDR gespendet hatten, zur Verbesserung der Zustände und des Ausbildungsstandes der Ärzte in Perm beitragen konnte. Pleitgen veröffentlichte sieben Bücher, darunter „Frieden oder Krieg – Russland und der Westen – Eine Annäherung“, das 2019 erschien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fernsehmann Pleitgen sagte über sich selbst, dass er immer Vollblutjournalist geblieben sei, aber seine darüber hinausgehenden Funktionen im Sinne der Sache auch gerne ausgeübt hätte. Er, der am 21. März 1938 in Duisburg-Meiderich geboren worden war, war Vater von vier Kindern, von denen drei im Medienbereich arbeiten. Als sein Sohn Frederik CNN-Korrespondent in Moskau wurde, gestand er, dass er ihn darum beneide.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich wird Fritz Pleitgen immer ein herausragendes Beispiel dafür bleiben, dass professionelle Kompetenz und gelebte Menschlichkeit auch im Journalismus bestens miteinander vereinbar sind. Dafür werde ich ihm immer dankbar sein.</p>
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		<title>Mein Vater und der Astronaut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 21 Aug 2022 03:08:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wege über und unter den Wolken Von Jürgen Streich &#8222;Mensch, jetzt sind wir auf dem Mond!&#8220; &#8211; Mein Vater hatte &#8222;wir&#8220; gesagt. &#8218;Wir&#8216; Menschen sind auf dem Mond. Dabei waren es zunächst nur zwei Amerikaner. Es waren Neil Armstrong und Edwin &#8222;Buzz&#8220; Aldrin. Armstrong hatte den berühmten Spruch vom kleinen Schritt für einen Menschen und &#8230; <p class="read-more"><a class="readmore-btn" href="https://aussichten-online.de/von-menschen/mein-vater-und-der-astronaut/">+<span class="screen-reader-text">  Read More</span></a></p>]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="800" height="218" src="https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/apollo11_earthrise.jpeg" alt="" class="wp-image-2430" srcset="https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/apollo11_earthrise.jpeg 800w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/apollo11_earthrise-300x82.jpeg 300w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/apollo11_earthrise-768x209.jpeg 768w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/apollo11_earthrise-604x165.jpeg 604w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">&#8222;Earthrise&#8220; &#8211; eines der berühmtesten Bilder der Menschheitsgeschichte. Im Vordergrund die Mondberfläche, darüber die aufgehende Erde, auf der sich, von den im All befindlichen Astronauten abgesehen, das gesamte menschliche Leben abspielt. Foto: NASA </figcaption></figure>



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<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph" style="font-size:46px">Wege über und unter den Wolken</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">Von Jürgen Streich</p>



<p class="wp-block-paragraph" style="font-size:18px">&#8222;Mensch, jetzt sind wir auf dem Mond!&#8220; &#8211; Mein Vater hatte &#8222;wir&#8220; gesagt. &#8218;Wir&#8216; Menschen sind auf dem Mond. Dabei waren es zunächst nur zwei Amerikaner. Es waren Neil Armstrong und Edwin &#8222;Buzz&#8220; Aldrin. Armstrong hatte den berühmten Spruch vom kleinen Schritt für einen Menschen und dem großen Sprung für die Menschheit noch gar nicht angebracht, aber kurz zuvor die Landefähre von Apollo 11 unter schwierigen Umständen per Handsteuerung hinuntergebracht und dann aus circa 380.000 Kilometern Entfernung gemeldet: &#8222;Der Adler ist gelandet.&#8220; Im Meer der Stille. Nach dieser historischen Leistung blieb er selbst sehr still. Die US-Regierung unter Präsident Richard Nixon hätte ihn gerne als Super-Star auf der ganzen Welt herumgereicht, während Neil Armstrong fand, daß es angesichts solcher technischen Möglichkeiten der Menschheit so einen Unfug wie einen Kalten Krieg mit der Drohung gegenseitiger atomarer Vernichtung nicht mehr geben dürfe. Seine Kosmonauten-Konkurrenten von der anderen Seite des Eisernen Vorhangs, die sich selbst als Kollegen fühlten und zuletzt mitgefiebert hatten, sahen das genauso. Neil Armstrong sagte: &#8222;Das Wichtigste, das wir auf unserer Reise zum Mond entdeckt haben, war die Erde.&#8220;</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Und die gilt es zu schützen, wie eigentlich alle, die dort oben waren, es empfinden. Auch und vor allem die nur 27 Menschen, die weit genug von der Erde entfernt waren, um unseren Heimatplaneten mit eigenen Augen als ganze Kugel sehen zu können. Eben die Astronauten, die zum Mond und wieder zurück geflogen sind.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Ich denke immer, wenn ich den Mond sehe, an Edgar Mitchell, der diesen am 5. Februar 1971 als sechster Mensch betrat. Dieser Autorenkollege, der dort oben war, ist längst ein Freund geworden. Wie glücklich war ich, als er für eines meiner Bücher, dessen Umschlag die Erde vom Mond aus gesehen zeigt, das Vorwort schrieb. Und zugegebenermaßen auch ein wenig stolz, daß ich Grußbotschaften in seinem Namen verfassen und bei mehreren Veranstaltungen überbringen durfte. Schließlich fasziniert mich Fliegerei und Raumfahrt seit Kindesbeinen; die Mondfahrer gehörten, als ich ein kleiner Junge war, zu meinen Helden. So auch Edgar. Der zudem ja auch ein guter Handwerker war, denn er steuerte die Landefähre &#8222;Antares&#8220; der Apollo-14-Mission auf die Mondoberfläche im Fra Mauro-Hochland. Er ist einer der weitgereistesten Menschen der Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Vater ist als junger Mensch ebenfalls weit herumgekommen. Auf ganz andere Art und Weise, auf der Erde. Er ist im Alter von 15 Jahren aus seiner Heimat vertrieben worden. Er wurde 16 Tage vor Edgar geboren. Auch daran muß ich immer denken, wenn ich den Mond sehe. Besonders jetzt, denn mein Vater lebt nicht mehr. Dabei habe ich das Gefühl, die beiden müßten sich kennen. Mein Daddy hat sich immer für Fliegerei und Raumfahrt interessiert &#8211; vielleicht habe ich das von ihm geerbt -, hat immer auch nach oben geschaut, ist aber größtenteils auf dem Boden geblieben. Und war ein guter Handwerker. So manchen Dachstuhl hier in der Gegend hat er gebaut. Und vieles mehr. Von Edgar heißt es, seine Hände und Füße seien so etwas wie verlängerte Tragflächen, Seiten-, Quer- und Höhenruder gewesen. Er ist auf der Spitze der größten Rakete der Welt ins All gestartet und in einer Kapsel im Ozean gelandet, die auch für damalige Verhältnisse technisch vom Feinsten war. Mein Vater ist ungefähr zur selben Zeit mit mir auf einem Moped mit 50 Kubikzentimetern Hubraum zum Fliegerhorst Nörvenich, wo damals Atomwaffen startbereit gehalten wurden, gefahren, damit wir uns ein Flugzeug namens Starfighter anschauen konnten. Edgar war, bevor er Astronaut wurde, Pilot auf einem Flugzeugträger und dann Testpilot.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="496" src="https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/Edga_Mitchell-3.jpeg" alt="" class="wp-image-2427" srcset="https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/Edga_Mitchell-3.jpeg 640w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/Edga_Mitchell-3-300x233.jpeg 300w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/Edga_Mitchell-3-348x270.jpeg 348w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption class="wp-element-caption">Signiertes Bild von Edgar Mitchell in seiner Arbeitskleidung. Foto: NASA</figcaption></figure>
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<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow" style="flex-basis:33.33%">
<p class="wp-block-paragraph">Mein Vater hat seine Heimat verloren, Edgar andere Welten erforscht. Er schrieb: &#8222;Plötzlich taucht hinter dem Horizont des Mondes in langen, zeitlupenartigen Momenten von grenzenloser Majestät ein funkelndes, blauweißes Juwel auf, eine helle, zarte, himmelblaue Kugel, umgeben von langsam wirbelnden weißen Schleiern. Allmählich steigt sie wie eine kleine Perle aus einem tiefen Meer empor, unergründlich und geheimnisvoll. Du brauchst eine kleine Weile, um ganz zu begreifen, dass es die Erde ist. Unsere Heimat.&#8220;</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Zu der gehörte eben auch dieses winzige Glambach, in dem mein Vater geboren war, das benachbarte Ruppersdorf, in dem er aufgewachsen ist, im ehemaligen Schlesien, heute Polen, EU, Mitglied der UNO &#8211; wir sind schließlich Weltbürger. Mein Vater war einer, Edgar ist einer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch noch zu der Zeit, als Edgar den Blick aufs Ganze hatte, konnte mein Vater seine alte Heimat nicht besuchen. Die lag eben hinter dem Eisernen Vorhang, der damals die nördliche Hemisphäre in kapitalistische und kommunistische Seiten teilte. Doch mein Vater schaute mittels Fernseher, aber auch ganz direkt, auf den Mond, als Edgar dort war und zu uns hier unten schaute. Und nach seiner Rückkehr zur Erde die Konsequenz zog, seine ganze Arbeit &#8211; in Vorträgen, Interviews und Büchern, aber auch mit dem von ihm gegründeten Institut für Noetik (der Wissenschaft des Denkens, Erkennens und Begreifens) &#8211; einem &#8222;neuen, schonenden und respektvollen Umgang mit der Erde&#8220; zu widmen, &#8222;damit auch unsere Kinder und Enkel eine positive Zukunft haben, und die Chance, das All zu erforschen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für einen respektvollen und schonenden Umgang mit der Erde hat sich auch mein Vater eingesetzt, und zwar als sozialer Demokrat in seiner Partei, die seine geistige Heimat war, und darüber hinaus. Wie sehr habe ich mich gefreut, als er mich anno 1983 in den Bonner Hofgarten begleitete, um dort mit hunderttausenden Menschen gegen die weitere atomare Aufrüstung zu demonstrieren. Fast zur selben Zeit gründete Edgar gemeinsam mit gleichgesinnten amerikanischen Astronauten und sowjetischen Kosmonauten in Moskau die Association of Space Explorers (ASE), die sich dem Schutz des Heimatplaneten, also auch der Erhaltung des Friedens, verschrieb. Mitten im Kalten Krieg, der zu der Zeit drohte, ein heißer zu werden. Die ASE gab das Buch &#8222;Der Heimatplanet&#8220; heraus. Es enthält Fotos aus dem All und Aussagen der Raumfahrer dazu und ist, das schrieb ein Rezensent, das &#8222;schönste Buch der Erde.&#8220; &#8211; Mindestens das schönste über die Erde. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Krieg hatten beide erlebt. Mein Vater wurde noch kurz vor Ende des längst verlorenen Krieges als 14jähriger eingezogen, um auf dem Gebiet der ehemaligen CSSR Schützengräben auszuheben. Er sah den Irrsinn nicht ein, hatte auch Angst und floh von dort gemeinsam mit einem Freund unter Lebensgefahr nach Hause. Edgar Mitchell war nicht lange später Kampfpilot im Korea-Krieg und hätte auf entsprechenden Befehl hin sogar Atombomben werfen sollen. Einmal, als er im Vietnam-Krieg ein Aufklärungsflugzeug flog, ergriff er auch die Flucht: Er brachte die Maschine aus einer Intuition heraus abrupt in einen Sturzflug und rettete so seinen Kollegen und sich das Leben, denn dadurch verfehlte Sekundenbruchteile später eine Rakete, die auf dem Radarschirm nicht zu sehen gewesen war, die Maschine.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Edgar studierte, bevor er ins Astronautenkorps der NASA berufen wurde, am berühmten Massachusetts Institute of Technology Luft- und Raumfahrt und wurde zum &#8222;Doctor Science&#8220;, wie es in Amerika heißt, promoviert. Mein Vater hatte nur ein sogenanntes &#8222;Not-Abschlußzeugnis&#8220;, weil die Kriegswirren einen geregelten Schulbetrieb nicht mehr zuließen. Aber noch als Mann im fortgeschrittenen Alter half er Kindern aus seiner Nachbarschaft beim Lernen von Lesen, Schreiben und Rechnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch etwas haben die beiden gemein: Respekt vor dem Leben, den mein Vater mir frühzeitig beigebracht hat &#8211; Respekt vor Menschen, Tieren und Pflanzen. Edgar Mitchell schrieb dazu in meinem Buch, das ich übrigens meinen Eltern gewidmet habe: &#8222;Der Mensch ist ein elementarer Bestandteil der Entwicklung, die alles Leben hervorbrachte, nicht mehr und nicht weniger. Klar aber ist, daß das Überleben aller Arten, Pflanzen wie Tiere, vom Verhalten der Menschheit abhängt. Notwendig ist zudem die vorbehaltlose Einsicht in die Tatsache, daß wir wiederum auch ihres Überlebens für unseren Fortbestand bedürfen.&#8220;</p>
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<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="403" height="640" src="https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/Vater.jpeg" alt="" class="wp-image-2435" srcset="https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/Vater.jpeg 403w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/Vater-189x300.jpeg 189w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/Vater-170x270.jpeg 170w" sizes="auto, (max-width: 403px) 100vw, 403px" /><figcaption class="wp-element-caption">Mein Vater als junger Mann in seiner Arbeitskleidung, der Zimmermannskluft.</figcaption></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Appropos Tiere. Der erste Hund, den ich gemeinsam mit meinen Eltern hatte, war ein Schnauzer-Mischling. Edgar züchtet Schnauzer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein Vater war nicht besonderes religiös, kritisierte die Kirchen-Oberen mitunter heftig. Doch an manchen Tagen war ihm der Besuch der Königsdorfer evangelischen Kirche wichtig. Edgar schrieb über seine eigene Spiritualität: &#8222;Mich selbst hat das Erlebnis im Weltraum nachhaltig geprägt. Wo vorher intellektuelle Suche war, regte sich plötzlich ein tiefes Gefühl in mir, das aus dem Blick auf die Erde erwachsen ist, diesem blauweißen Planeten, der seine Bahn um die Sonne zieht. Es erwuchs aus dem Anblick der Sonne vor dem samtig tiefschwarzen Kosmos, der nicht nur ahnen läßt, sondern die Gewißheit vermittelt, dass im Strom von Energie, Zeit und Raum im All etwas Zweckvolles liegt. Das Universum scheint mehr zu sein als die zufällige, chaotische und sinnlose Bewegung einer Ansammlung molekularer Partikel. Während der Heimkehr vom Mond staunte ich über 400.000 Kilometer hinweg die Sterne und den Planeten an, von dem ich gekommen war. Da spürte ich mit einem Mal die Intelligenz, die Liebe und die Harmonie im Universum.&#8220; Edgar kritisiert gleichwohl &#8222;institutionalisierten, religiösen Fanatismus&#8220;, der neben dem Materialismus dazu beiträgt, &#8222;Werte, die die Natur respektieren und mit ihr einhergehen&#8220;, zu mißachten und so die Menschheit mehr &#8222;spalten, als ihre Wunden zu heilen.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher setzt der Astronaut und Wissenschaftler sich auch mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln für den Erhalt der Schöpfung ein. &#8222;Der Höhepunkt unserer Reise war die Erkenntnis, daß das Universum harmonisch, zweckvoll und schöpferisch ist. Der Tiefpunkt lag in der Feststellung, daß sich die Menschheit nicht dieser Erkenntnis gemäß verhält&#8220;, mahnt er. &#8211; Mein Vater brachte seine handwerklichen Fähigkeiten, so lange er konnte, in die Umweltgruppe seines (und auch meines) Heimatortes Königsdorf ein. Edgar schoß hervorragende Fotos der Erde aus dem All, mein Vater rahmte Bilder für eine Ausstellung, die das Waldsterben thematisierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einmal war er dem Astronauten voraus, denn als der noch Kampfpilot bei der US-Luftwaffe war, kam es zu einer Begebenheit, auf die mein Vater irgendwie immer stolz war: Er hatte während einer Parteiveranstaltung einem aufstrebenden SPD-Politiker zum Thema Bewaffnung der noch jungen Bundesrepublik widersprochen und wurde dafür von diesem als &#8222;Märchentante&#8220; bezeichnet. Der Mann hieß Helmut Schmidt und wurde später Bundeskanzler. Nach seinen Erlebnissen und aufgrund seiner Befürchtungen hatte mein Daddy &#8222;Schmidt-Schnauze&#8220; die Meinung gesagt. Und Edgar Mitchell will, seit er die Erde aus dem All gesehen hat, von Krieg und nur dessen Planung auch nichts mehr wissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Edgar erhielt drei Ehrendoktor-Titel und zahlreiche internationale Auszeichnungen. Mein Vater war stolz und glücklich, als er für 50 Jahre Mitgliedschaft in seiner SPD geehrt wurde. Ein paar Jahre früher auch, als es für einen von seiner Ökogruppe gestalteten Lehrpfad im Königsdorfer Wald den Umweltschutzpreis der Stadt Frechen gab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Edgars Vorwort in meinem Buch endet so: &#8222;Die Aufgaben sind gewaltig, und doch finden die Lösungen ihren Anfang in einer einzigen Überlegung. Und die muß sein, jedes einzelne Handeln unseres tagtäglichen Lebens in Frage zu stellen und zu beurteilen, ob es zum Problem oder zur Problembewältigung beiträgt. Und darin, weiterhin darauf zu bestehen, daß sich unser politisches System auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene nachdrücklich und beharrlich den Aufgaben stellt.&#8220;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden, Dr. Edgar Dean Mitchell, sechster Mensch auf dem Mond, und mein Vater, immer mit beiden Füßen auf der Erde, haben dies &#8211; jeder auf seine Weise &#8211; getan. Über und unter den Wolken. Mein Vater konnte es zuletzt nicht mehr, Edgar macht´s weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf so unterschiedlichen Lebenswegen in derselben Zeit gibt es derart bemerkenswerte Parallelen, Übereinstimmungen. Ich persönlich achte nicht besonders auf Sternzeichen und deren angebliche Bedeutung, aber mit Sternen kennt Edgar sich aus, meinen Vater haben sie fasziniert. Beide haben sie, weil fast genau zur selben Zeit geboren, das Sternzeichen Jungfrau. Der sagt man nach, daß sie sorgfältig, zielstrebig, vernünftig und verläßlich sei. &#8211; Wichtige Eigenschaften, im Himmel wie auf Erden. Außerdem, heißt es, suche die Jungfrau nicht das Rampenlicht. Zwar startete Apollo 14 am 31. Januar 1971 um 21.03 Uhr Ortszeit in der Dunkelheit, weshalb die Startrampe beleuchtet war, aber dafür konnte Edgar ja nichts. Und mein Vater hat nie große Reden geschwungen, sondern in seinem Umfeld gewirkt. Schade, daß mein Vater und Edgar sich nie kennengelernt haben. Es hätte beiden gefallen, denn zweifellos waren sie sich menschlich und politisch sehr nah. Am Tag, als meinem Vater die irdischen Kräfte ausgingen, habe ich noch eine Grußbotschaft von Edgar überbracht. Erstarb am 4. Februar 2016 in West Palm Beach, Florida.</p>
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		<title>Mein Freund und Kollege Peter Jakob Klein ist tot</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Jan 2022 04:43:00 +0000</pubDate>
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<p class="wp-block-paragraph">„Als wenn mir dat nit künnte!“&nbsp; &#8211; Wenn ein Satz meinen Freund und Kollegen Peter Jakob Klein charakterisierte, dann war es dieser. Er setzte ihn häufig und treffsicher ein. Seit ich die Formulierung im Frühsommer 1984 erstmals von ihm gehört hatte, benutzte ich sie selbst immer dann, wenn es darum ging, bestimmte Dinge, so schwierig sie auch erscheinen mochten, motiviert anzupacken, aber auch als Bestätigung, wenn etwas gelungen war. Denn so habe ich Peter kennengelernt und geschätzt: Er wich Problemen nicht aus, sondern sah seine Aufgabe darin, sie zu überwinden. Dabei setzte er sich auch für andere ein und schreckte nicht vor Konflikten mit Andersdenkenden und -handelnden und den daraus resultierenden Konsequenzen zurück.</p>
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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="860" height="1024" src="https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/Peter_Jakob_Klein-sw-1-860x1024.jpeg" alt="" class="wp-image-2456" srcset="https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/Peter_Jakob_Klein-sw-1-860x1024.jpeg 860w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/Peter_Jakob_Klein-sw-1-252x300.jpeg 252w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/Peter_Jakob_Klein-sw-1-768x914.jpeg 768w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/Peter_Jakob_Klein-sw-1-227x270.jpeg 227w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/08/Peter_Jakob_Klein-sw-1.jpeg 992w" sizes="auto, (max-width: 860px) 100vw, 860px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Journalist Peter Jakob Klein.</figcaption></figure>
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<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun liegen die nicht einmal anderthalb Jahre, in denen wir in der Lokalredaktion des „Kölner Stadt-Anzeigers“ für den Kreis Euskirchen zusammengearbeitet haben und Freunde wurden, schon deutlich mehr als drei Jahrzehnte zurück. Doch auch danach blieben wir in beiderlei Hinsicht verbunden. Wir tauschten uns ausführlich aus und arbeiteten auch bei dem ein oder anderen Projekt zusammen. Unser Verhältnis zueinander war fortan eines, das gar nicht ständigen Kontakt erforderte, mir aber jederzeit die Gewissheit gab, in Peter nicht „nur“ einen Freund im Geiste zu haben, sondern jemanden, auf den ich auch in ganz realen Situationen zählen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon bei unserer ersten Begegnung im Frühjahr 1984 in der Redaktion hatte ich das sichere Gefühl, dass die Chemie zwischen uns stimmte. „Du fängst hier demnächst an? Herzlich willkommen!“, sagte er und fügte, während er mir die Hand reichte, hinzu: „Isch bin der Pitter.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Folgezeit stellten wir schnell viele menschliche, politische und journalistische Übereinstimmungen fest und es entstand eine Freundschaft, bald auch zu Peters Familie. Manchmal kamen seine Frau Ille und Tochter Helena, wenn sie gemeinsam etwas in der Innenstadt von Euskirchen zu erledigen hatten, zu einem Kurzbesuch in die Redaktion. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie schnell die stets fröhlich und witzig gestimmte damals gerade einmal neunjährige Helena dies auf die Anwesenden übertrug. Sie hatte sich hinsichtlich des Mundwerks offenbar einiges von ihrem Vater abgeschaut, was ich sehr erfrischend fand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Freundschaft zu Peter und seiner Familie wurde darüber hinaus bald schon aus einem weiteren – ernsthaften – Grund sehr wertvoll: Zwischen dem designierten Chef der Lokalredaktion und mir knirschte es aus einer Reihe von Gründen von Beginn an heftig mit Tendenz zur Eskalation. Außerdem fühlte ich mich, obwohl meine eigentliche Heimatstadt Frechen gerade einmal gut 30 Kilometer entfernt lag, in meinem neuen Wohnort ein bisschen wie ein Fremder, durchaus auch etwas einsam. – Hätte ich da die Familie Klein nicht gehabt! Ihr Haus am Euskirchener Stadtrand war in stürmischen Zeiten so etwas wie ein immer offener, sicherer Hafen für mich. Für das gute Gefühl, das mir das damals gab, werde ich immer dankbar sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein gemaltes Bild, das Peter in seiner Kellerbar aufgehängt hatte, zeigte ein Blockhaus inmitten einer nächtlichen Schneelandschaft in den Rocky Mountains, durch dessen Fenster warmes Licht nach draußen drang. Darunter stand: „The Ornaments of our House are the Friends that frequent it.” („Die Zierde unseres Hauses sind die Freunde, die es besuchen.”) Genauso empfand ich es, wenn ich Peter und seine Familie besuchte: bei guten Freunden willkommen zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Überhaupt die Kellerbar… Da Peter ein Faible für Nordamerika hatte und während seiner achtjährigen Bundeswehrzeit – er war Oberleutnant der Reserve &#8211; irgendwie Ehrenbürger von El Paso geworden war, hatte er sie im Stil eines Western-Saloons eingerichtet. Dort erschien sogar eine eigene Zeitung, der „Peters Private Bar Chronicle“. Das Blatt war so professionell gemacht, dass Peter trotz der überschaubaren Auflage von einem Exemplar bei einem großen US-Konzern einmal einen Anzeigenauftrag im Wert von 35 Dollar ergattern konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Peter konnte man herrlich Spaß haben. Während wir beide bei den mittäglichen Skatrunden in der „Stadt-Anzeiger“-Redaktion mit von der Partie waren, so fand unsere private Pokerrunde, bestehend aus vier Kollegen, oftmals in „Peters Private Bar“ statt. Stilecht trugen wir dabei Westernhüte und Colt-Repliken lagen auf dem Tisch. Einen der original amerikanischen Hüte schenkte Peter mir einmal. Ich habe ihn schon immer in Ehren gehalten, aber nun ist er natürlich ein ganz besonderes Erinnerungsstück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Peters unnachahmliche Situationskomik lässt sich wunderbar anhand folgender Begebenheit beschreiben: Da Peter ein hervorragender Koch war, gab es bei diesen Zusammenkünften immer tolle Gerichte. Einmal fand unser Pokerabend bei mir statt. Während wir anderen schon am Spieltisch saßen, machte Peter sich noch in meiner Küche nützlich. Plötzlich hörten wir von dort lautes Poltern und Klirren. Es musste Scherben gegeben haben. Noch bevor jemand nachschauen konnte, was passiert war, stand Peter vor uns und sagte trocken: „Isch maach der Kühlschrank up, do kütt mir en Fläsch Bier entjäje. ‚Wo willste hin?‘, froch isch. ‚Paaf!‘ sät se.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besondere und berührende Stunden verbrachten wir an einem Tag anno 1985 miteinander. Peter war vormittags nicht in der Redaktion gewesen. Gegen Mittag kam er in euphorischer Stimmung herein, hielt eine Filmpatrone hoch und wiederholte mehrmals: „Das ist er drauf!“ Kurze Zeit zuvor war Peter in einer Klinik am Bonner Venusberg bei der Geburt seines Sohnes Sebastian dabei gewesen und hatte die ersten Fotos von dem Jungen gemacht. Wir verschwanden gemeinsam in der Dunkelkammer, entwickelten den Film und machten erste Vergrößerungen. Peter hatte dabei und als er mir von dem freudigen Ereignis erzählte, feuchte Augen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Peter damals aufgrund eines Unfalltraumas nicht selbst Auto fuhr, wollten wir am späten Nachmittag gemeinsam seine Frau Ille und den neuen Erdenbürger besuchen. Zuvor musste ich auf einem Umweg noch etwas in Brühl erledigen. Als wir dort in einem Lebensmittelmarkt noch Pralinen für Ille besorgen wollten, beschimpfte uns ein Mann, der an der Kasse hinter uns in der Reihe stand, aus unerfindlichen Gründen. Das perlte noch an uns ab. Als wir bezahlt hatten und gerade gehen wollten, pöbelte er auch die Kassiererin derart an, dass der Frau eine gewisse Angst anzusehen war. Peter und ich schauten uns kurz an und griffen ein. Wir packten uns den Kerl und begleiteten ihn auf unmissverständliche Art vor die Tür. Erst als wir sicher waren, dass er wirklich verschwunden war, gaben wir der sichtbar erleichterten und dankbaren Frau Entwarnung. An einem ansonsten so positiven und  Tag wollten wir die zuvor eingeschüchterte Frau an unserer guten und lebensbejahenden Stimmung teilhaben lassen. Der Rest des Tages war dann wieder ausgesprochen harmonisch. Nach dem Besuch von Mutter Ille und Sohn Sebastian in der Klinik stießen Peter und ich, zurück in Euskirchen, noch gebührend auf den denkwürdigen Tag an.</p>


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<figure class="alignleft size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/02/Villa_Hammerschmidt-1.jpeg" alt="" class="wp-image-207" width="347" height="272" srcset="https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/02/Villa_Hammerschmidt-1.jpeg 693w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/02/Villa_Hammerschmidt-1-300x235.jpeg 300w, https://aussichten-online.de/wp-content/uploads/2022/02/Villa_Hammerschmidt-1-345x270.jpeg 345w" sizes="auto, (max-width: 347px) 100vw, 347px" /><figcaption class="wp-element-caption">Peter Jakob Klein (l.) und ich (r.) im Park der Villa Hammerschmidt.</figcaption></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">In dieser Zeit hatten wir beide ebenfalls in Bonn einen besonderen journalistischen Einsatz. Tatsächlich waren Peter als Texter und ich als Fotograf beim letzten Empfang, den der damalige Bundespräsident Karl Carstens an einem herrlichen Sommertag kurz vor dem Ende seiner Amtszeit im Park der Villa Hammerschmidt gab, dabei. Er galt einer Gruppe jüdischer Israelis, die das Nazi-Regime nur äußerst knapp überlebt hatten und nun, nach 40 Jahren, anlässlich der Enthüllung eines Gedenksteines in Euskirchen-Kuchenheim erstmals wieder deutschen Boden betreten hatten. Während wir uns mit einigen anderen Besuchern unterhielten, ging der Herr Präsident herum und begrüßte jeden seiner Gäste persönlich. Als er zu uns kam, fragte einer aus der Runde ihn, was er denn demnächst in seiner Freizeit vorhabe. Carstens antwortete, es sei ja bekannt, dass er gern mit seiner Frau wandere. Das werde er künftig vermehrt tun. Und passend dazu wolle er als neues Hobby mit der Fotografie beginnen. Dann fügte er mit Blick auf meine „Nikon“ hinzu, dass er sich aber anders als wir Pressefotografen, die ja vornehmlich japanische Kameras bevorzugten, für ein deutsches Modell entschieden habe. „Es wird“, so der Präsident wörtlich, „eine Kodak sein.“ Peter und ich wandten uns unvermittelt ab, um aufgrund des ernsthaften Anlasses des Empfanges nicht unangemessen loszuprusten. Denn selbstverständlich produzierte die US-Firma Kodak keine deutschen Fotoapparate. Nachdem Peter und ich den riesigen Garten der Präsidentenresidenz verlassen hatten und zu meinem Auto gingen, amüsierten wir uns köstlich über den unbeabsichtigten präsidialen Kalauer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grundsätzlich schätzte ich an Peter besonders seine Kombination aus wunderbarem Humor, scharfem analytischen Verstand und tiefgründiger Nachdenklichkeit. Dabei war er Demokrat durch und durch und ein unerschütterlicher Humanist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das alles schien unseren damaligen Chef in spe nicht zu beeindrucken. Als ich eines Morgens die Redaktion betrat, schallte es mir quasi entgegen: „Er hat den Peter rausgeschmissen. Fristlos.“ Die anwesenden Kollegen und ich waren fassungslos, doch an dem Entschluss war nicht zu rütteln. Peter, der wie ich damals auch, Mitglied der SPD war und ein paar Jahre vor unserem Kennenlernen Mitglied des Euskirchener Stadtrates gewesen war, wurde eine Parteiaktivität, die angeblich mit seiner journalistischen Neutralitätspflicht nicht vereinbar war, vorgeworfen. Dabei wusste ich von einigen ganz ähnlich gelagerten Fällen angestellter Kollegen und sogar höhergestellter Vorgesetzter, bei denen beide Augen zugedrückt worden waren. Doch Peter war freier Mitarbeiter, mit dem man es als Alibi-Beispiel ja machen konnte. Mein Verhältnis zur Redaktions- und Verlagsleitung in ihrer damaligen Konstellation erlitt dadurch einen weiteren, heftigen Knacks.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die freundschaftliche und kollegiale Verbundenheit zu Peter blieb indessen von diesem Einschnitt völlig unberührt. Einige Monate später folgte ich ihm – freiwillig – nach, verließ zum Jahresende 1985 den „Kölner Stadt-Anzeiger“ und zog zurück nach Frechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich an meinen ersten Büchern schrieb und als sogenannter politischer Lobbyworker und in der Öffentlichkeitsarbeit für die Umweltorganisation Greenpeace arbeitete, verdingte Peter sich eine Zeit lang bei der Gewerkschaftspresse, bevor es ihm gelang, sich als Regionalkorrespondent für die Vor- und Nordeifel beim Westdeutschen Rundfunk zu etablieren. Wie oft habe ich viele Jahre lang immer dann die Ohren besonders gespitzt, wenn ich den Namen Peter Jakob Klein oder seine Stimme im Radio hörte. Es lohnte sich, dann genauer hinzuhören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon früh in dieser Zeit kam es zu einer Hörfunk-Zusammenarbeit zwischen uns. Mein „Greenpeace-Report“ mit dem Titel „Stoppt die Atomtests!“ war gerade frisch erschienen, als Peter mich dazu interviewte – in seiner Saloon-Bar übrigens. Er baute daraus einen wunderbaren Beitrag über mein Buch, das er darin sogar für den Oberstufen-Politik- und Geschichtsunterricht empfahl, denn schließlich lief die „Sachbuchecke“ im WDR-Schulfunk. Das nutzte mein lieber Kollege, um mich dessen Leiter selbst als Rezensenten zu empfehlen, woraufhin ich – dank Peter – in den folgenden Jahren zahlreiche Buchbesprechungen auf diesem Sendeplatz veröffentlichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch ein weiteres Mal arbeiteten wir zum Thema Atomwaffen, in diesem Fall auch mit Peters Frau Ille, die Lehrerin an einer Hürther Hauptschule war, zusammen. Nachdem Ille ihre Schüler auf das Thema vorbereitet hatte, begaben wir uns gemeinsam mit einer Gruppe der Teenager auf die Billiger Höhe bei Euskirchen. Dort waren bis in die späten achtziger Jahre hinein mit Atomsprengköpfen bestückte Nike-Hercules-Raketen stationiert gewesen. In einer Hütte nahe des ehedem schwer bewachten Arreals las ich den Schülern Passagen aus meinen Büchern über den Kalten Krieg vor und berichtete ihnen von meiner Arbeit bei Greenpeace, was Peter mit Erlebnissen und Erfahrungen aus seiner Bundeswehr-Zeit ergänzte. Anschließend gingen wir Erwachsenen auf Fragen ein und diskutierten das Thema mit ihnen. Die jungen Leute waren einerseits sichtlich betroffen von der Fähigkeit der Menschheit, sich selbst in die Luft zu jagen, aber auch einhellig der Meinung, dass es so nicht weitergehen könne und die Welt friedlicher werden und abrüsten müsse. So hatten Ille, Peter und ich in einer außergewöhnlichen Kooperation den Schülern eine Veranstaltung geboten, die nachhaltig gewirkt haben dürfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In vielen weiteren politischen Zusammenhängen waren unsere Ansichten nahezu deckungsgleich. Das zeigte sich bei unseren später leider viel zu seltenen Treffen ebenso wie während unserer traditionellen ausführlichen Geburtstagstelefonate, bei denen Peter mich immer mit „Hey Alter“ begrüßte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich erinnere mich noch gut daran, wie richtig er damals die weltpolitischen Auswirkungen des Terroranschlags auf das New Yorker World Trade Center an Nine Eleven 2001 voraussagte. Später passte bei unseren Beurteilungen der mehr als rechtspopulistischen AfD kein Blatt zwischen uns. Und wir teilten unser Unverständnis darüber, was zwischenzeitlich aus unserer einst gemeinsamen Partei SPD geworden war. Unsere Einschätzungen, welche Möglichkeiten das jüngste Bundestagswahlergebnis im September 2021 bieten könnte, haben wir noch wenige Tage später anlässlich Peters Geburtstag ausgetauscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem liebten wir – ganz unpolitisch – unsere jeweiligen Hunde, genossen gerne mal eine gute Zigarre und teilten auch unseren Musikgeschmack. Beinahe hätten wir vor einigen Jahren gemeinsam einen Film über ein Musikthema für den WDR gemacht. Ich hatte gute Beziehungen zu den Mitgliedern der berühmten Band „Can“, deren legendäres Studio aus einem alten Kino in Weilerswist eins zu eins in das von Udo Lindenberg initiierte Rock and Pop-Museum im niederrheinischen Gronau umzog. Peter war ebenfalls gut im Thema drin, der „Can“-Tontechniker René Tinner unterstützte uns und der bekannte WDR-Moderator Roger Hand fand es ein tolles Thema. Peter und ich hatten bereits mit den Recherchen und sogar den Dreharbeiten für einen Teaser begonnen, als Roger Hand uns wissen ließ, dass er das Thema leider nicht am zuständigen jungen Musikredakteur, dem der Bandname „Can“ nichts sagte, vorbeibekäme. Es war ärgerlich, wie behördenähnlich sich der WDR mitunter verhalten konnte, aber die begonnene Zusammenarbeit mit Peter hatte wieder einmal großen Spaß gemacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr gefreut hat mich auch, wie herzlich Ille und Peter schon ab dem ersten Treffen mit meiner Lebensgefährtin Elisabeth umgingen. Die beiden hatten bei der Silvesterfeier 1986 in „Peter‘s Private Bar“, zu der ich noch ohne Begleitung erschienen war, mitbekommen, dass mich etwas beschäftigte. Ich berichtete ihnen dann, dass es am Nachmittag zwischen Elisabeth, die sie da noch nicht kannten, und mir endgültig gefunkt hatte. Natürlich stießen wir darauf in Abwesenheit von Elisabeth, die ebenfalls noch separat zu einer anderen Feier eingeladen war, gebührend an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Peter hatte ich an seinem letzten Geburtstag besprochen, dass wir für das neue Jahr auf jeden Fall ein Wiedersehen planen würden. Zwar hatte Peter mir von seinem gesundheitlichen Problem erzählt, hörte sich aber zuversichtlich und positiv kämpferisch an. Leider kam es bei einer Operation, die seine Atemnot lindern oder gar beseitigen sollte, zu Komplikationen, die letztlich zu einem Multiorganversagen führten. Peter, geboren am 1. Oktober 1948, starb am 29. Januar 2022 im Beisein seiner Familie im Krankenhaus Köln-Merheim.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So traurig ich darüber bin, so glücklich kann ich mich schätzen, lieber Peter, dass ich in Dir einen Freund und vertrauten Kollegen hatte, der mir auch weiterhin in so mancher Situation Motivation sein wird. Weil ich nämlich immer dann, wenn es etwas anzupacken und zu vollbringen gilt, an Dich und Deine Worte denken werde: „Als wenn mir dat nit künnte!“ So wirst Du mich als Freund und Kollege auch in Zukunft begleiten. Versprochen, Alter!</p>
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