Streitthema Homöopathie: E-Mail an Grünen-Landesvorsitzende Lena Schwelling

Streitthema Homöopathie: E-Mail an Grünen-Landesvorsitzende Lena Schwelling

Die nachfolgende E-Mail habe ich an die baden-württembergische Landesvorsitzende der Grünen, Lena Schwelling aus Ulm, geschrieben, weil diese nachdrücklich den Erhalt der Homöopathie als Kassenleistung und der homöophatischen Weiterbildung von Ärzten gefordert hatte. Kopien erhielten der Minister für Soziales, Gesundheit und Integration des Lands Baden-Württemberg, Manfred Lucha, ebenfalls Mitglied der Partei Die Grünen, der an die Wirksamkeit der Homöopathie glaubt und diese ebenfalls unterstützt, sowie die Grünen-Bundestagsabgeordnete Paula Piechotta, die beiden deutlich widerspricht.

Die 30-jährige Leiterin der Geschäftststelle der Grünen-Fraktion im Ulmer Stadtrat, Lena Schwelling, und Minister Lucha stellen sich mit ihrer Haltung gleich drei Forderungen bzw. Beschlüssen entgegen. So will die FDP erreichen, dass die Homöopathie aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen gestrichen wird. Der Bundesparteitag der Grünen hat ebenfalls beschlossen, dass nur noch evidenzbasierte Medizin von den Krankenkassen bezahlt werden soll. Und die baden-württembergische Landes-Ärztekammer beschloss im Juli 2022, die Homöopathe, aus ihrer Weiterbildungsordnung zu streichen. Minister Lucha hat die Rechtsaufsicht über die Ärztekammer und muss deren entsprechende Satzungsänderung prüfen.


Sehr geehrte Lena Schwelling,

XXXXX XXXXXXXXX XXXXXXX XXXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXX XXX  XXXX XXXXX XXXXXX XXXXX XXXXXXXX XXX XXXX XXXX XXXXX XXXX. Was Sie und Manfred Lucha allerdings über Homöopathie verbreiten, ist populistischer Schwachsinn und lässt mich nachdenklich werden. Wie wollen Sie denn Querdenkern und Verschwörungsgläubigen glaubhaft als realistische Politikerin gegenüberstehen, wenn Sie selbst solchen Aberglauben unterstützen? Studien, von denen Sie reden, die für die Homöopathie positiv ausfallen, sind sämtlich qualifiziert widerlegt. Geht es Ihnen am Ende etwa nur um Wählerstimmen der immer weniger werdenden Homöopathie-Fans, oder glauben Sie diesen Unfug wirklich? Ich hoffe sehr, dass Sie möglichst bald wieder der seriösen Wissenschaft folgen werden. Frühere Homöopathie-Praktiker, die selbst zu heftigen Gegnern dieser unwirksamen Hokuspokus-Möchtegern-Medizin geworden sind, gibt es nämlich zahlreich. 

Vielleicht bringt Sie ja die Tatsache ins Grübeln, dass die Homöpathie im Grunde Leid bis hin zu tragischen Todesfällen verursacht, weil schwer kranke Menschen ihr vertrauen, und im Grunde mit nichts als Placebo-Kügelchen, mit denen sich viel Geld machen lässt, behandelt werden, sie tatsächlich aber dringendst evidenzbasierter Medizin bedürfen.

Von Grünen-Politiker/innen erwarte ich, dass Sie eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen folgen und nicht diejenigen unterstützen, die viel Geld dadurch einnehmen, dass sie anderen etwas vorgaukeln, was leider höchstgefährlich werden und einen tödlichen Ausgang haben kann.

In diesem Sinne beste Grüße von

Jürgen Streich 

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Journalistenbüro AUSSICHTEN
Jürgen Streich

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