Weltnachrichten

Weltnachrichten

April 2026

Sonntag, 26. April 2026

40. Jahrestag des Super-GAUs in der Ukraine, die damals noch der Sowjetunion angehörte, gelegenen Tschernobyl. Während damals und in der Folgezeit zahlreiche Menschen an dessen Auswirkungen starben und heute längst noch nicht alle Auswirkungen beseitigt sind, werden die seinerzeit evakuierten „Verbotenen Zonen“ um den Reaktor und die nördlicher gelegene Stadt Naroditschy zum Teil vorsichtig wieder besiedelt und zum Ackerbau freigegeben. Die zwei Milliarden Euro teure und von mehreren Staaten, darunter auch Deutschland, finanzierten Schutzhülle wurde im Zuge des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine von einer russischen Shahed-Kamikazedrohne schwer beschädigt. Der ukrainische Präsident Wolodimyr Selenskij forderte die russische Regierung vor diesem Hintergrund den „nuklearen Terrorismus“, auch am Atomkraftwerk Schschaporinska, mit dem er die ganze Welt in Gefahr bringe, zu unterlassen.

AUSSICHTEN-Herausgeber und -Redakteur Jürgen Streich war 1996 aus Anlass des zehnten Jahrestages des Super-GAUs für eine ARD-Sondersendung in der „Verbotenen Zone“ und im Kraftwerk selbst. Seine Reportage von damals finden Sie hier.

Samstag, 25. April 2026

Am späten Samstagabend gelingt es einem mutmaßlichen Attentäter während des Korrespondentendinners Ballsaal des Washingtoner Hilton-Hotels trotz massiver Sicherheitsmaßnahmen schwer bewaffnet in die Nähe von US-Präsident Donald Trump und mehrerer Regierungsmitglieder vorzudringen. Ein Schuss aus seiner Schrotflinte auf einen Beamten des Secret Services wird von dessen schusssicherer Weste abgefangen, bevor der Schütze festgenommen werden kann. Er trug noch eine Pistole und mehrere Messer bei sich. Während sich zu dieser Zeit circa zweitausend Personen in dem Saal befanden, bemühten sich die Beamten mehrerer Sicherheitsdienste, ihre Schützlinge teils unter dem langen Tisch in Sicherheit zu bringen, teils gleich aus dem Saal hinauszuführen. Der mutmaßliche Attentäter hatte dadurch, dass er sich in das Hotel eingemietet hatte, bereits die erste Sicherheitshürde überwunden. Als er vorstürmte, wurde der Metalldetektor, durch den zuvor alle Gäste der Gala gehen mussten, gerade abgebaut. Von den Regierungsmitgliedern und -mitarbeitern waren unter anderem Vizepräsident J.D. Vance, Außenminister Marc Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth, Innenminister Doug Burgum und Gesundheitsminister Robert F. Kennedy sowie die hochschwangere Regierungssprecherin Caroline Leavitt anwesend und hatten alle ihre eigenen Sicherheitsbeamten bei sich, während der Secret Service für die Sicherheit des Präsidenten zuständig war. Dadurch wurde die Lage zeitweilig unübersichtlich. Während Präsident Trump erstmals zu Gast beim Korrespondentendinner und dabei war, seine gegenüber den Journalisten traditionell provokante Rede zu halten, wurden aus den geladenen hochkarätigen Reportern durch die Schüsse wieder aktive Berichterstatter, sämtlich Augenzeugen des Geschehens. Bei seinem circa zwei Stunden später abgegebenen Statements vor der Presse schlug Trump für ihn außergewöhnlich versöhnliche Töne an. Das Washingtoner Hilton-Hotel war bereits 1981 Schauplatz von Schüssen auf den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan. Es hat sich seither auf Empfänge mit hohen Politikern und Wirtschaftsvertretern mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen spezialisiert.

Über den mutmaßlichen Attentäter ist inzwischen bekannt, dass er 31 Jahre alt ist und aus der Nähe von Los Angeles stammt. Er ist Maschinenbau-Ingenieur, Informatiker, unabhängiger Entwicklung weitgehend gewaltfreier Computerspiele und arbeitete als Lehrer. Von seinen früheren Kommilitonen wird er als hochintelligent, „sanftmütig“ und „ausgeglichen“ bezeichnet. Vor seiner Tat hatte er seiner Schwester ein „Manifest“ geschickt, in dem er das Christentum, auf das Präsident sich ja gern und oft bezieht, kritisiert. So trage es dazu bei, sich auf die Seite von Unterdrückern zu schlagen.

Samstag, 18. April 2026

Der Iran nimmt die Öffnung der Straße von Hormus bereits wieder zurück. Das teilte die Nachrichtenagentur Fars unter Bezugnahme auf die Militärführung mit. Grund sei das Aufrechterhalten der Blockade der iranischen Häfen durch die USA:

Freitag, 17. April 2026

Der iranische Außenminister Abba Araghdir hat auf X die Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus für die Dauer des Waffenstillstandes im Libanon, in dem Israel seit Beginn der Angriffe auf den Iran die Terrororganisation Hisbollah bekämpft, verkündet. Durch die Meerenge im Persischen Golf wird normalerweise ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert. Kostete ein Barrel Öl (ca. 159 Liter) vor dem Krieg der USA mit Israel gegen den Iran um die 70 Dollar, so stieg dieser während der Kampfhandlungen auf teilweise über 120 Dollar und sank nach der Verkündigung der Aussetzung der Blockade deutlich. Der US-Präsident Donald Trump betonte indessen, dass die Blockade seitens der USA bestehen bleibe.

Sonntag, 12 April 2026

Ungarn: Erdrutschsieg von Péter Magyars Tisza-Partei fegt Viktor Orbán aus dem Amt des Ministerpräsidenten. Bei sehr hoher Wahlbeteiligung von 79,5 Prozent erreichte Tisza mit 138 mehr als zwei Drittel der Parlamentssitze, während Orbans Fidesz-Partei lediglich 55 Abgeordnete in die Volksvertretung entsenden kann. Der bisherige Ministerpräsident gratulierte seinem Rivalen Magyar bereits zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale zum Sieg. Orban hatte sein Land in den 16 Jahren seiner Präsidentschaft innerhalb der Europäischen Union in eine Isolierung getrieben und sich Moskau-treu und der US-amerikanischen Regierung unter Donald Trump zugeneigt gezeigt. Der konservativ-liberale Péter Magyar hingegen will sein Land auf einen Europa-freundlichen Kurs bringen. Gegenüber der 2022 von Russland angegriffenen Ukraine will er wieder kooperativer auftreten und die Korruption, die unter Viktor Orban um sich gegriffen hatte, bekämpfen.

März 2026

Sonntag, 8. März 2026

Die Grünen / Bündnis 90 gewinnen mit ihrem Spitzenkandidaten Cem Özdemir die Landtagswahl in Baden-Württemberg. Sie kommen auf … Prozent der abgegebenen Stimmen. Der voraussichtliche Koalitionspartner CDU erhält … Prozent. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands liegt mit … knapp über der Fünfprozenthürde. Die mutmaßlich rechtsextreme Partei AfD verdoppelt ihr Ergebnis auf … . Alle anderen Parteien inklusive FDP (…) und Die Linke (…) schaffen es nicht ins Stuttgarter Parlament.

Januar 2026

Dienstag, 27. Januar 2026

Die berühmte Doomsday Clock, die Weltuntergangsuhr, ist von 89 auf 85 Sekunden vor 12 Uhr vorgerückt worden. Die von der Redaktion des „Bulletin of the Atomic Scientist“ besetzte Jury begründete das mit den weltweiten Spannungen, fehlenden Rüstungskontrollverträgen, der Klimakrise, der unsicheren Zukunft der Künstlichen Intelligenz und weiterer globaler Gefahren. Die Uhr symbolisiert bereits seit 1947, als zahlreiche oberirdische Atomwaffentest ganze Landstriche verwüsteten und verstrahlten, die verbleibende Zeit bis zum Weltuntergang. Sie wurde damals mit 7 Minuten vor 12 gestartet. Am weitesten vom Weltuntergang entfernt war die Menschheit aus Sicht der Jury im Jahr 1991, als Rüstungskontrollverträge den Kalten Krieg beendeten. Die Uhr wurde daraufhin auf 17 Minuten vor 12 Uhr zurückgestellt. Inzwischen fließen verstärkt Umweltverschmutzung, die die Klimakrise und den Artenschwund immer weiter beschleunigen, in die Beurteilung der Jury mit ein. Am nächsten am Weltuntergang ist de Uhr jetzt.

Samstag, 24. Januar 2026

Erneut hat ein Angehöriger der US-Migrationsbehörde ICE in Minneapolis eine Person erschossen. Nach der dreifachen Mutter Renee Good, die am 7. Januar 2026 in ihrem Pkw sitzend von drei ICE-Kugeln getroffen wurde, traf es nun den 37-jährigen Krankenpfleger Alex Pretti. Während Good bei einem Rangiermanöver mit ihrem Fahrzeug bei heruntergelassener Scheibe noch mit den ICE-Leuten kommunizierte und dann den Videoaufnahmen ohne erkennbaren Anlass erschossen wurde, nahm das tödliche Geschehen für Alex Pretti seinen Anfang, als er einer Frau, die in einen Schneehaufen am Straßenrand gefallen war, helfen wollte. Auch ihn gingen die ICE-Beamten, wie auf Videos zu sehen, offensiv an und rangen ihn zu Boden. Pretti hatte zwar selbst eine Pistole dabei, trug diese aber legal. Zudem wurde sie ihm, wie ebenfalls zu sehen ist, abgenommen, als mehrere ICE-Beamte ihn am Boden fixierten. Auch Pretti wurde den Bildern zufolge ohne ersichtlichen Grund erschossen. Die 44-jährige Schauspielerin Natalie Postamt äußerte sich in einem Interview mit der Zeitschrift „Variety“ „entsetzt und angewidert“ und nannte die ICE eine „kriminelle Vereinigung.“

Donnerstag, 15. Januar 2026

Erstmals in der Geschichte der internationalen Raumstation ISS, der US-Weltraumbehörde NASA und wahrscheinlich der Raumfahrt überhaupt ist eine Crew wegen der Erkrankung eines ihrer Mitglieder vorzeitig auf die Erde zurückgeholt worden. Die Crew Dragon-Kapsel des Weltraumunternehmens SpaceX landete sicher vor der Küste Kaliforniens im Pazifik. Die NASA schweigt sich über gesundheitliche Angelegenheiten ihrer Raumfahrer grundsätzlich aus. So auch dieses Mal. Nicht einmal die Identität des Erkrankten ist bekannt. In Lebensgefahr befand sich der oder die Betroffene wohl nicht, denn nach Bekanntwerden der geplanten Rückholaktion vergingen noch einige Tage, bis die Kapsel zur Rückkehr zur Erde von der ISS abkoppelte. Dies hätte bei besonderer Dringlichkeit auch schneller geschehen können. 

Freitag, 9. Januar 2026

Russland setzt bei schweren Drohnenangriffen auf die Region Liw in der Westukraine auch die Hyperschallrakete „Oreschnik“ ein. Das bewiesen später gefundene Raketenschrottteile, die nur circa 70 Kilometer von der Grenze des NATO-Mitglieds Polen entfernt gefunden wurden. Die Angriffe waren insbesondere gegen Teile der Energieinfrastruktur gerichtet. (Anm. JS.: Solche Attacken gelten nach internationalem Recht als indirekte Angriffe gegen die Zivilbevölkerung und sind somit Kriegsverbrechen. Für das russische Militär gehören sie in ihrem ohnedies völkerrechtswidrigem Angriffskrieg gegen die Ukraine jedoch längst zum Alltag.) Die noch relativ neue „Oreschnik“-Mittelstreckenrakete hat auf ihrem Weg, der sie auch teilweise durch den erdnahen Weltraum führen kann, eine Reichweite von circa 5.000 Kilometern und erreicht dabei eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 12.000 Stundenkilometern. Sie kann mehrere Sprengköpfe tragen und auch mit Atomsprengköpfen bestückt werden. Dass Russland mit dieser Rakete so nah an der NATO-Grenze gelegene Ziele angreift, wurde von der deutschen und polnischen Regierung als weitere Eskalation ohne jegliche Provokation aufgefasst. Dabei trägt das Geschoss einen verniedlichenden Namen: „Oreschnik“ heißt übersetzt Haselnussstrauch.

Samstag, 3. Januar 2026

USA greifen Venezuela an und verhaften den Präsidenten Nicolás Maduro und seine Frau. Die Gefangennahme des Staatschefs, dem die USA offiziell Verwicklung in Drogengeschäfte vorwerfen, hat nach US-Angaben die Eliteeinheit Delta Force durchgeführt. Zugleich griffen die Vereinigten Staaten Ziele in der Venezuelanischen Hauptstadt Caracas sowie einen Hafen, jeweils einen zivilen und militärischen Flughafen und Kommunikationseinrichtungen aus der Luft an. Die augenblicklichen Machthaber riefen den Ausnahmezustand aus. In der folgenden Nacht berief das Höchste Gericht Maduros bisherige Stellvertreterin Delcy Rodríguez zur Staatspräsidentin. Die USA wollen Maduro, der seit 2013 im Amt war, in New York vor Gericht stellen. Die jüngste Wahl im Jahr 2024 hatte er gegen die Oppositionsführerin María Machado verloren, ließ sich jedoch zum Sieger erklären und konnte sich mit Hilfe des Militärs an der Macht halten. Machado erhielt für ihr Wirken den Friedensnobelpreis. Kritiker des Vorgehens der USA werfen diesen vor, in Wahrheit an den in Venezuela gelegenen ergiebigsten Ölquellen der Welt interessiert zu sein. Tatsächlich hatten US-Militärs im Vorfeld der Angriffe auf Caracas und dessen Umgebung zwei von Venezuela aus in See gestochene Öltanker unter ihre Gewalt gebracht. Russland bezeichnete die jüngsten Angriffe auf Venezuela als „Verwerflich“ und „zutiefst beunruhigend“.

Stromausfall im Berliner Westen. Durch einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke fällt in großen Teilen des Berliner Westens bei sehr niedrigen Temperaturen der Strom aus. Zehntausende Haushalte und insgesamt circa 100.000 Menschen sind davon betroffen. Für diejenigen, die nicht bei Verwandten oder Freunden unterkommen können, werden Notunterkünfte eingerichtet, Pflegeeinrichtungen müssen evakuiert und Betroffene teilweise in Hotels untergebracht werden. Zu dem Anschlag bekennt sich eine „Vulkangruppe“, die argumentiert, durch den großflächigen Stromausfall und mithin weniger Kohlendioxidaustoß ein bisschen dazu beigetragen zu haben, dass die Menschheit nicht mit Vollgas in die drohende Klimakatastrophe rast. Als die These aufkommt, dass eine fremde Macht, etwa Russland, dahinter stecken könnte, legt die Gruppe ein weiteres Schreiben nach, in dem sie unterstreicht, allein und ohne Auftrag oder Hilfe aus dem Ausland gehandelt zu haben. Später betont eine angeblich frühere „Vulkangruppe“, nichts mit dem Anschlag zu tun zu haben. Erst am Mittwoch, dem 7. Januar, kann die betroffene Gegend durch ein von Technikern installiertes Provisorium wieder vollständig mit Strom versorgt werden. Gleichwohl wird die Bevölkerung gebeten, zunächst keine Geräte mit hohem Stromverbrauch anzuschalten und keine Autobatterien aufzuladen.